Reisebericht mit der AIDAbella „Von Hamburg nach Mallorca“

Ich habe bereits mehrere Kreuzfahrten gemacht, habe mich aber bislang immer ein wenig gescheut, eine Kreuzfahrt zu buchen, die auch einen Flug beinhaltet. Ich bin nicht gehfähig und daher immer mit meinem e-fix unterwegs. Für die Transfers benötige ich während einer Reise einen Patientenlifter, den ich auch bei meinen vergangenen Reisen mit AIDA immer dabei hatte. Die Mitnahme des e-fix und Patientenlifters ist bei AIDA problemlos möglich. Dies muss man jedoch mittels Beantwortung eines Fragebogens rechtzeitig vorher anmelden. AIDA veranlasst dann auch die Anmeldung der benötigten Assistenz am Flughafen.

Alle AIDA-Schiffe verfügen über barrierefreie Kabinen. Falls man sich für eine bestimmte Reise interessiert, sollte man jedoch frühzeitig buchen, da die barrierefreien Kabinen natürlich nur in begrenzter Anzahl vorhanden sind. Auf der Internetseite von AIDA lassen sich die Grundrisse der Kabinen anzeigen bzw. man kann sogar einen virtuellen Rundgang durch die Kabine machen.

An Bord

An Bord kommt man mit dem Rollstuhl sehr gut zurecht und auch der Weg von Bord bzw. zurück an Bord ist mir bislang immer ermöglicht worden. Es sind immer sehr schnell 4 Crewmitglieder zur Stelle, die beim Bewältigen der Gangway behilflich sind. In manchen Häfen kann auch eine sogenannte „Treppenraupe“ zum Einsatz kommen. Auch hier gibt es bei AIDA eine Übersicht der Häfen mit Landgangsbeschränkungen.

Generell muss man aber leider sagen, dass die von AIDA angebotenen Busausflüge größtenteils immer noch nicht barrierefrei sind. Man kann jedoch schon vor einer Reise bei AIDA anfragen, ob ein Ausflug für Rollstuhlfahrende geeignet ist, auch die Buchung von individuellen Ausflügen ist möglich. Diese sind aber häufig sehr kostspielig. AIDA hat für diese Missstände den sogenannten „Expertenrat Barrierefreies Reisen“ ins Leben gerufen, der meines Erachtens aber noch sehr viel Arbeit vor sich hat.

Nun sollte es also das erste Mal eine Kreuzfahrt sein, wobei die Rückreise per Flugzeug erfolgt. Sollte beim Verladen meines e-fix bzw. meines Patientenlifters etwas kaputt gehen, wäre ich nicht so aufgeschmissen, als wenn man am Urlaubsort seine Hilfsmittel nicht wie gewohnt nutzen kann.

Los gehts

Also starteten wir am 01.10.2023 in Hamburg zu einer 11-tätigen Reise mit der AIDAbella in Richtung Mallorca. Die beiden ersten Häfen kannten wir schon aus vorherigen Reisen, sodass wir über die Gegebenheiten vor Ort gut informiert waren. Alle weiteren Ziele unserer Reise waren neu für uns, sodass es dann vor Ort zunächst immer darum ging, wie kommen wir vom Hafen z.B. in die Stadt. An jedem Hafen sind aber immer Ortsansässige, die sehr gerne behilflich sind und z.B. ein barrierefreies Taxi bestellen, oder man nutzt die auch häufig angebotenen Hop-on Hop-off Busse. Am einfachsten ist es natürlich, wenn man direkt vom Schiff in die Stadt „laufen“ kann.

Am meisten bei dieser Reise hat uns Málaga begeistert. Und was mich beeindruckt hat, war die Tatsache, dass in der Innenstadt nahezu jedes Geschäft über eine kleine Rampe mit dem Rollstuhl erreichbar war. Auch die Strandpromenade verfügte entweder über Rampen oder einen Fahrstuhl. Auf den ersten Eindruck ist Málaga als Reiseziel mit dem Rollstuhl somit sehr gut geeignet.

Zum Ende der Reise machten wir uns dann doch wieder Gedanken, wie das alles mit den Koffern, dem Patientenlifter, dem Transfer zum Flughafen und dann auch der Rückflug funktioniert. Hier war AIDA behilflich und hat den Transfer mit dem barrierefreien Taxi zum Flughafen perfekt organisiert. Im Endeffekt muss man sagen, dass alles problemlos geklappt hat. Am Flughafen in Palma war uns ebenfalls eine Mitarbeiterin von AIDA sowohl mit den Koffern als auch beim Check In behilflich. Mein Patientenlifter wurde als Sperrgepäck aufgegeben und meinen Rollstuhl habe ich bis unmittelbar am Flugzeug nutzen können, bevor es dann mit dem Bordrollstuhl ins Flugzeug bis an meinen Sitzplatz ging. Und in Hamburg konnten wir tatsächlich sämtliches Gepäck inklusive Patientenlifter unversehrt in Empfang nehmen.

Fazit

Unser Fazit: diese Reise machen wir gerne noch einmal! Während einer Kreuzfahrt ist man ja immer nur wenige Stunden vor Ort, aber man kann zumindest einen ersten Eindruck gewinnen. Und beim nächsten Mal kann man umso entspannter die Zeit vor Ort genießen.

Eine letzte Info: An Bord findet zu Beginn der Reise immer der sogenannte „Barrierefrei Treff“ statt. Mein Resümee der letzten Reisen ist allerdings, dass der Informationsgehalt eher gering ist, da die Mitarbeiter an Bord für meine Belange kaum über Gegebenheiten vor Ort informiert sind, was z.B. der barrierefreie Transfer vom Hafen in die Stadt anbelangt oder die Möglichkeit der Teilnahme an den von AIDA angebotenen Busausflügen. Diese müssen immer erst beim Veranstalter vor Ort angefragt werden. Bei dieser Reise war lediglich ein Busausflug in Alicante mit dem Rollstuhl möglich. Aber die angesteuerten Ziele auf eigene Faust zu erkunden, ist meiner Meinung nach, auch sehr viel schöner!

Tanja Muhs, Bremen (tanja.muhs@t-online.de)

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