Hameln: Ein voller Saal und viele strahlende Gesichter

Große Resonanz, spannende Fachvorträge und zwei engagierte Gruppenleitungen: Die Gründungsveranstaltung der DGM in Hameln war ein voller Erfolg.

Überwältigende Resonanz zeigt: Der Bedarf ist da!

Manchmal zeigt sich schon zu Beginn, wie wichtig ein Angebot ist: Mehr als 50 Menschen hatten sich für die Gründungsveranstaltung der neuen DGM-Selbsthilfegruppe in Hameln am 17. Oktober angemeldet. Die Wichtigkeit zeigte sich sich auch darin, dass der Landesvorstand mit sechs Personen präsent war und das Treffen in gewohnt professioneller Art und Weise umsetzte. Da der Veranstaltungsraum im Haus der Stiftung „Tönebön an der Weser“ leider nicht mehr Personen aufnehmen konnte, mussten sogar Absagen erteilt werden.

Seit Januar hatte sich das Team des Landesvorstands Hameln ganz bewusst als Standort ausgewählt. Die Stadt liegt verkehrsgünstig und nahe der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Gerade im Nordosten Nordrhein-Westfalens fehlt bislang ein entsprechendes DGM-Gruppenangebot. Umso erfreulicher war die große Resonanz.

Der Landesvorsitzende Christian Züchner begrüßte die Anwesenden und zeigte sich begeistert über das große Interesse. Auch Constantin Grosch, Landtagsabgeordneter, ehemaliges Mitglied des DGM-Bundesvorstands und selbst in Hameln zu Hause, war gekommen. Er begrüßte die Gründung ausdrücklich und sagte seine Unterstützung zu.

„Die Muskeln schwinden und man kann nichts machen?“ – Doch, man kann!

Mit dieser Frage beschäftigte sich Dr. Carsten Schröter aus Göttingen in seinem Fachvortrag. Er erklärte verständlich, was neuromuskuläre Erkrankungen sind, wie sie entstehen und wie vielfältig diese Krankheitsbilder sein können. Viele von ihnen sind selten, manche sogar sehr selten.

Besonders wichtig war ihm das Fragezeichen am Ende des Vortragstitels. Denn auch wenn eine Heilung derzeit für die meisten neuromuskulären Erkrankungen nicht möglich ist, gibt es durchaus Möglichkeiten, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen und die Lebensqualität zu verbessern.

Regelmäßige und individuell abgestimmte Therapien wie Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie können dabei eine wichtige Rolle spielen. Die Botschaft kam an: Es gibt Möglichkeiten, aktiv zu bleiben und die eigenen Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten.

Zwei Menschen übernehmen Verantwortung

Noch vor dem gemeinsamen Mittagessen wurde es spannend. Christian Züchner wollte wissen, ob die Teilnehmenden sich wünschen, dass es künftig regelmäßige Gruppentreffen in Hameln gibt. Die Antwort fiel eindeutig aus: Alle befürworteten die Fortsetzung des Angebots!

Doch eine Gruppe braucht auch Menschen, die sie organisieren und begleiten. Wer könnte sich vorstellen, diese Aufgabe zu übernehmen? Tatsächlich meldeten sich gleich zwei Personen: Julia Holzgräfe und Joerg Hopke, beide aus der Umgebung von Hameln, werden die neue Gruppe künftig gemeinsam leiten.

Das ist ein wichtiger Schritt. Denn eine Selbsthilfegruppe lebt nicht nur vom Austausch über Erkrankungen und Erfahrungen, sondern vor allem von Menschen, die sich füreinander einsetzen und gemeinsam etwas auf die Beine stellen.

Beim anschließenden Mittagessen, das vom Haus der Stiftung „Tönebön an der Weser“ bereitgestellt wurde, blieb Zeit für Gespräche und erste Begegnungen.

Physiotherapie: Was hilft bei Muskelschwund?

Am Nachmittag stand ein weiteres wichtiges Thema auf dem Programm. Petra Mann, Physiotherapeutin aus Höxter, referierte über die Frage: „Physiotherapie – was hilft bei Muskelschwund?“

Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die physiotherapeutische Behandlung von Erwachsenen mit neuromuskulären Erkrankungen. Darüber hinaus engagiert sie sich seit vielen Jahren in der fachlichen Weiterbildung von Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten. Gemeinsam mit der DGM und dem Deutschen Verband für Physiotherapie (ZVK) begleitet sie entsprechende Fortbildungen.

Petra Mann machte deutlich, wie wichtig es ist, die vorhandenen Bewegungsmöglichkeiten zu nutzen und aktiv zu bleiben. Werden Muskeln nicht ausreichend beansprucht, kann dies zu weiterem Muskelabbau beitragen. Gleichzeitig betonte sie, dass es keine pauschalen Empfehlungen für alle Betroffenen gibt: Neuromuskuläre Erkrankungen müssen differenziert betrachtet werden. Was für den einen Menschen sinnvoll ist, kann für einen anderen ungeeignet sein. Entscheidend sind daher eine individuelle Einschätzung und eine auf die jeweilige Erkrankung abgestimmte Therapie.

Der Anfang ist gemacht – und es geht weiter!

Zum Abschluss bedankte sich Christian Züchner bei den Referierenden und allen Teilnehmenden für ihr Kommen, ihr Interesse und die vielen Gespräche. Draußen entstand noch ein gemeinsames Gruppenfoto, bevor sich die Runde mit vielen strahlenden Gesichtern verabschiedete.

Doch die Gründungsveranstaltung war erst der Anfang: Bereits Mitte November soll das erste reguläre Gruppentreffen stattfinden. Unterstützung bekommt die neue Gruppe von Karen Erdmann, die sich als „Patin“ zur Verfügung gestellt hat. Sie leitet bereits die DGM-Gruppe in Celle und wird Julia Holzgräfe und Joerg Hopke bei den ersten Schritten und bei organisatorischen Fragen zur Seite stehen.

Ein voller Saal, zwei engagierte Gruppenleitungen und viele Menschen, die sich Austausch und gegenseitige Unterstützung wünschen: In Hameln ist etwas Gutes entstanden. Ein großer Dank an alle, die zu dem Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben und viel Zeit und Kraft im Vorfeld und an diesem Tag investiert haben. Wir freuen uns, dass die DGM-Selbsthilfearbeit in der Region nun einen neuen Anlaufpunkt hat, und wünschen der Gruppe einen gelungenen Start, viele gute Begegnungen und ein lebendiges Miteinander!

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