Vollmachten, Patientenverfügung – Sie müssen nichts tun…

…so fing der Vortrag von Dr Abraham (Notar und Rechtsanwalt aus Lüneburg) an. Die Aufmerksamkeit der Lüneburger Gruppe war angesichts dieser Äußerung gleich da. 

Die Erklärung zu diesem Satz lautet: Der Staat hat alles geregelt. Ein Gericht stellt Betreuer und Privatpersonen für diejenigen, die nichts geregelt haben. Aber will man das? Seine Empfehlung lautet, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Der bestellte Betreuer bzw. Rechtspfleger bekommt nur eine Stunde pro Monat für die Betreuung bezahlt. Es gibt drei grundsätzliche Arten von Vollmachten:

A) Generalvollmacht über Sachen und oder Personen

B) Vorsorgevollmacht für Personen

C) Beauftragungsvollmacht, sozusagen die Bedienungsanleitung für den Vorsorgebevollmächtigten

Jede  Vollmacht sollte zumindest notariell beglaubigt sein, um die Echtheit der Unterschrift zu bestätigen. Andernfalls ist ihre Wirksamkeit unter Umständen nicht garantiert. Wer ganz sicher gehen möchte, lässt eine Notarielle Vollmacht mit Mutterurkunde aufsetzen.

Jede Vollmacht kann im zentralen Register registriert werden. Dafür erhält man eine blaue Karte, die auf das Vorliegen einer Vollmacht hinweist, für den Fall, dass man bewusstlos aufgefunden wird.

Patientenverfügung ist die Bedienungsanleitung z.B. für die Vorsorgebevollmächtigten und Ärzte

Eine Patientenverfügung gilt in der Regel unbefristet. Bei Änderungswünschen muss sie offiziell zurückgenommen werden. In Deutschland werden oft zu wenige Schmerzmedikamente gegeben und auch manchmal zu lange behandelt. Eine Maschinelle Lebensverlängerung ist viel länger möglich als früher.

Die online verfügbaren vorbereiteten Formulare zum Ankreuzen sind suboptimal. Es gibt dort viel zu viele nicht zutreffende Details. Außerdem bleibt unklar, wer hat die Kreuzchen denn wirklich gemacht hat.

IMMER GILT: Solange man sich selbst noch äußern kann, geht das immer vor.

Der Vortrag war kurzweilig und gefüllt mit vielen Informationen. Dies gilt es jetzt sacken zu lassen, den Inhalt zu verarbeiten und im besten Falle umzusetzen.

Vielen Dank dem Referenten, meinen „Helferchen“  beim Auf- und Abbau sowie Elisabeth, die mir für den Bericht Ihre Notizen zur Verfügung stellte.

Britta Jürgens