Beauftragter der Bundesregierung für Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, zu Gast in Emden
Auf Einladung des SPD-Bundestagsabgeordneten Johann Saathoff war der Bundesbeauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, zu Gast in Emden. Der Behindertenbeauftragte wird vom Bundeskabinett jeweils für die Dauer einer Legislaturperiode bestellt. Die Aufgabe des Beauftragten besteht u. a. darin, darauf hinzuwirken, dass der Bund seiner Verpflichtung nachkommt, die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen an allen Bereichen unserer Gesellschaft zu gewährleisten. Dazu macht er Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Inklusion, beobachtet gesellschaftliche Veränderungen kritisch und mischt sich ein – auf politischer wie medialer Ebene. Viele Gesetzgebungsverfahren haben erhebliche Auswirkungen auf Menschen mit Behinderungen, an ihnen muss er beteiligt werden. Eingeführt wurde das Amt des Beauftragten 1980 vom damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt.
Saathoff wurde bereits vor über einem Jahr von Christian Züchner um eine Einladung für eine Diskussion mit Jürgen Dusel gebeten. Dem sei er gerne nachgekommen und freue sich sehr, dass der Termin geklappt habe, so Saathoff. Rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden sich im Klub zum guten Endzweck für die Diskussion ein und erlebten mit Jürgen Dusel einen leidenschaftlichen und engagierten Kämpfer für die Belange von Menschen von Behinderungen. Nach der Begrüßung durch Christian Züchner betonte Saathoff in seinem kurzen Grußwort, dass die Würde des Menschen unantastbar sei und dieser erste Artikel im Grundgesetz für alle Menschen gelte und es dabei keine Einschränkungen gebe.
Jürgen Dusel begann seinen Vortrag damit, dass ca. 13 Millionen Menschen in Deutschland mit Beeinträchtigungen leben. Aber über 90 Prozent davon, hätten diese Behinderung nicht von Geburt an, sie haben sie, so Dusel, zu einem späteren Zeitpunkt in ihrem Leben durch Unfälle oder Krankheit erworben. Damit machte er sehr deutlich, dass alle Menschen von Beeinträchtigungen betroffen sein könnten und uns alle deshalb das Thema Inklusion angehe und es eben nicht um Ideologie gehe. „Demokratie und Inklusion gehören zusammen. Das Wesen einer Demokratie ist, dass Menschen in ihrer Verschiedenheit gleichberechtigt teilhaben können. Deswegen setzen mein Team und ich uns für die Belange von Menschen mit Behinderungen ein – für Barrierefreiheit in allen gesellschaftlichen Bereichen, ob im Arbeitsleben, im Gesundheitswesen, bei der Mobilität, der Digitalisierung oder beim Wohnen,“ so Jürgen Dusel.
Im Folgenden ging es im Vortrag und in der anschließenden Diskussion um viele Themen wie Barrierefreiheit, die angekündigten Kürzungen in der Eingliederungshilfe, die Wiedereingliederung ins Arbeitsleben, Bürokratie bei Anträgen und vieles mehr. Abschließend waren die Teilnehmer sich einig, dass man schon auf einem guten Weg sei, aber noch lange nicht am Ziel. Saathoff und Züchner bedankten sich bei Dusel für den wunderbaren Vortrag und seinen Besuch in Emden.
Sabine Zimmermann



