Wenn die Lebenskerze flackert…

…dann ist es gut zu wissen, wo Obhut und Hilfe zu finden sind.

Diesem Thema war der erste Teil des Präsenztreffens des ALS- Gesprächskreises Region Hannover gewidmet. Anja Bohlen- Bruchmann (Leiterin ambulanter Palliativdienst Hospiz Luise) referierte zu „Möglichkeiten der Unterstützung durch ambulante und stationäre Hospiz- und Palliativversorgung“. Zunächst erläuterte die Referentin den Unterschied zwischen der allgemeinen ambulanten und der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung. Entscheidend sei die Schwere der Symptomatik. In beiden Bereichen seien die Teams hochspezialisiert und verfügten über Kompetenzen, sowohl physische als auch psychische Symptome behandeln zu können bis hin zu Trauerarbeit. Dabei würden ausschließlich Beratungs- und Unterstützungsaufgaben wahrgenommen, keine Pflege geleistet. Hilfen gäbe es bei Organisation von Pflegegrad und Hilfsmitteln sowie bei der Einschaltung des ehrenamtlichen ambulanten Hospizdienstes. Es gehe hauptsächlich um Symptomlinderung und -kontrolle, den Umgang mit Ängsten, Übelkeit, Schwäche und Fatigue, Luftnot und Appetitlosigkeit. Dazu kämen Beratung zu Patientenverfügung und Vollmacht. Auch palliativpflegerische Aspekte wie z.B. die Ernährung am Lebensende würden berücksichtigt. Die Teams verständen sich auch als Brückenbauer i.S. etwas zwischen Patienten und Angehörigen zur Sprache zu bringen, das bisher nicht thematisiert werden konnte.

So stellte die Vortragende das in der Region Hannover bestehende Netzwerk dar: 

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Abschließend stellte die Referentin das Hospiz Luise vor, das seit über 30 Jahren existiert und eine Einrichtung der Vinzenz Bernward Stiftung für Soziales in Hildesheim (gegründet von den Vinzentinerinnen) ist. Der Kerngedanke der christlichen Ordensgemeinschaft ist gelebte Nächstenliebe. Vinzenz von Paul und Luise von Marillac gründeten den Orden im 17. Jahrhundert, um Kranken und Bedürftigen zu helfen – unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Religion, Weltanschauung oder ihrem sozialen Status. Luise von Marillac ist die Schutzpatronin der Einrichtung. Aufnahmekriterien sind:

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In der dem Vortrag folgenden Fragerunde stellte die Referentin klar, dass es in ihrem Hospiz keine aktive Sterbehilfe oder assistierten Suizid gäbe. Allein die an strenge Regeln gebundene palliative Sedierung sei möglich.

Trotz des ernsten Themas dankten die Anwesenden der Referentin mit warmem Applaus.

Der zweite Abschnitt des Treffens wurde von einem NDR- Journalisten begleitet, der einen Hintergrundbeitrag für das „Rote Sofa“ mit Philipp Hanf (selbst ALS- Betroffener Buchautor) vorbereitete und dafür unseren Gesprächskreis besucht hat. Dabei führte er auch kurze Interviews mit Angehörigen.

Inhaltlich tauschten die Anwesenden sich über die Themen Wohnungssuche für Behinderte und nichtinvasive Beatmung (NiV) aus, bevor die Leiterin des Gesprächskreises, Ingrid Haberland, die Veranstaltung mit Hinweisen auf künftige Veranstaltungen abschloss, bei denen alle Anwesenden sich gern wieder begegnen möchten.

Ulrich Germar

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